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<title>Geruch</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Geruch</span></h1>
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</div>
<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">
<p>Der <b>Geruch</b> (<a href="Lateinische_Sprache" class="mw-redirect" title="Lateinische Sprache">lat.</a> <i>Olfactus</i>, daher <a href="Olfaktorische_Wahrnehmung" title="Olfaktorische Wahrnehmung">olfaktorische Wahrnehmung</a>) ist die Interpretation der Sinneserregungen, die von den <a href="Chemorezeptor" title="Chemorezeptor">Chemorezeptoren</a> der Nase oder anderer Geruchsorgane an das Gehirn eines <a href="Tier" title="Tier">Tieres</a> übermittelt werden. Einer Studie von 2014 zufolge soll der Mensch über eine Billion Gerüche unterscheiden können.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Wahrnehmung_von_Gerüchen"><span id="Wahrnehmung_von_Ger.C3.BCchen"></span>Wahrnehmung von Gerüchen</h2></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→ </span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Olfaktorische_Wahrnehmung" title="Olfaktorische Wahrnehmung">Olfaktorische Wahrnehmung</a></i></div>
<p>Die Duftstoffe in der Luft gelangen bei <a href="S%C3%A4ugetiere" title="Säugetiere">Säugetieren</a> beim <a href="Atmung" title="Atmung">Einatmen</a> und verstärkt beim <i><a href="J%C3%A4gersprache" title="Jägersprache">Wittern</a></i> (bewusstes Spüren) in die obere Nasenhöhle und an die <a href="Riechschleimhaut" title="Riechschleimhaut">Riechschleimhaut</a>. Hier werden die Geruchsmoleküle gelöst, wodurch sie für die Zellen chemisch registrierbar werden. Dafür gibt es rund 350 verschiedene Rezeptortypen, die jeweils nur auf eine bestimmte Duftmolekülgruppe ansprechen. Aus der Kombination der angesprochenen Rezeptoren in den Zellen ergibt sich die Geruchsmischung. Das Riechen – der Sinn zur Duftwahrnehmung – hängt von <a href="Genetik" title="Genetik">genetischen</a> und Wahrnehmungsprozessen, vom Zustand der <a href="Luft" title="Luft">Luft</a> und von der Lernfähigkeit des <a href="Gehirn" title="Gehirn">Gehirns</a> ab.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Bedeutung_und_Vielfalt">Bedeutung und Vielfalt</h2></div>
<p>Für viele Tierarten ist der Geruchssinn essentiell. Für den Menschen wird der Geruchssinn gemeinhin für weniger wichtig gehalten als das Sehen, Hören oder Tasten, doch bedeutet sein Fehlen eine wesentliche Einbuße an Lebensqualität.
</p><p>Die wahrgenommenen <a href="Riechstoff" title="Riechstoff">Riech-</a> oder <a href="Duftstoff" title="Duftstoff">Duftstoffe</a> dienen Lebewesen zur Identifizierung von <a href="Nahrung" title="Nahrung">Nahrung</a>, von Verdorbenem (z. B. <a href="Butters%C3%A4ure" title="Buttersäure">Buttersäure</a> als Anzeichen von <a href="F%C3%A4ulnis" title="Fäulnis">Fäulnis</a>, Aasgeruch, <a href="Schwefelwasserstoff" title="Schwefelwasserstoff">Schwefelwasserstoff</a> aus Fäkalien), <a href="K%C3%B6rpergeruch" title="Körpergeruch">Körpergeruch</a> von Artgenossen („<a href="Stallgeruch_(Soziologie)" title="Stallgeruch (Soziologie)">Stallgeruch</a>“) und von Feinden, spielen aber auch beim Sozialverhalten eine große Rolle. Die <a href="Geschlechtsreife" title="Geschlechtsreife">Geschlechtsreife</a> oder das Paarungsverhalten von weiblichen Tieren wird den männlichen Tieren hauptsächlich durch <a href="Pheromone" class="mw-redirect" title="Pheromone">Pheromone</a> (Sexuallockstoffe) signalisiert, und diese sind auch zur Kommunikation und <a href="R%C3%A4umliche_Orientierung" title="Räumliche Orientierung">räumlichen Orientierung</a> ein essentielles Hilfsmittel. Viele Tiere setzen <a href="Reviermarkierung" class="mw-redirect" title="Reviermarkierung">Duftmarken</a>, um ihr Revier abzustecken, oder folgen wie die <a href="Ameisen" title="Ameisen">Ameisen</a> der Duftspur ihrer Vorgänger zur Nahrungsquelle. Die meisten <a href="Bl%C3%BCte" title="Blüte">Blüten</a> emittieren Duftstoffe, um <a href="Insekten" title="Insekten">Insekten</a> zur Bestäubung anzulocken. Die Schädlingsbekämpfung im <a href="Obstbau" title="Obstbau">Obstbau</a> macht sich die Wirkung solcher Pheromone nutzbar, beispielsweise um die Paarung von <a href="Pflaumenwickler" title="Pflaumenwickler">Pflaumenwicklern</a> einzuschränken.
</p><p>Gerüche können wissbegierig machen und werden häufig mit Gefühlen in Verbindung gebracht, es können aber auch Emotionen die Assoziation an spezielle Gerüche hervorrufen. Die zwischenmenschliche Sympathie hat mit dem sprichwörtlichen „sich riechen können“ zu tun. Der Geruchssinn <a href="Warnung" title="Warnung">warnt</a> Mensch und Tier außerdem vor stofflichen Gefahren. Die hochgiftige Substanz <a href="Schwefelwasserstoff" title="Schwefelwasserstoff">Schwefelwasserstoff</a> (H<sub>2</sub>S) zum Beispiel hat eine sehr niedrige <a href="Geruchsschwelle" title="Geruchsschwelle">Geruchsschwelle</a>. Eine andere Warnsubstanz ist <a href="2-Methylisoborneol" title="2-Methylisoborneol">2-Methylisoborneol</a>, die durch den Geruch auf ihre Anwesenheit in fauligem, ungenießbarem Wasser hinweist und so vor dem Genuss solcher Wässer schützt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Klassifizierung">Klassifizierung</h2></div>
<p>Obwohl wir viele Gerüche unterscheiden, können wir sie meist nicht benennen. Dieses Problem ist schon in der <a href="Antike" title="Antike">Antike</a> untersucht worden. So befassten sich <a href="Platon" title="Platon">Platon</a>, <a href="Aristoteles" title="Aristoteles">Aristoteles</a>, <a href="Theophrastos_von_Eresos" title="Theophrastos von Eresos">Theophrast</a> und <a href="Galenos" title="Galenos">Galen</a> mit der Frage, wie Gerüche abzugrenzen und zu benennen seien.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Gerüche können in verschiedene Duftkategorien von blumig, ätherisch und moschusartig bis schweißig und faulig eingeteilt werden. Duftkategorisierungen sind jedoch immer willkürlich.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Eines der am häufigsten verwendeten Klassifizierungssysteme für Gerüche ist das System nach John E. Amoore, das sieben Grundgerüche unterscheidet.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<table class="wikitable">
<tbody><tr class="hintergrundfarbe5">
<th>Grundgeruch
</th>
<th>typischer Geruchsstoff
</th>
<th>Vorkommen
</th></tr>
<tr>
<td>campherähnlich</td>
<td><a href="Campher" title="Campher">Campher</a></td>
<td><a href="Kleidermotte" title="Kleidermotte">Mottengift</a>
</td></tr>
<tr>
<td>moschusartig</td>
<td><a href="Moschus-Keton" title="Moschus-Keton">Moschus-Keton</a></td>
<td><a href="Arznei-Engelwurz" title="Arznei-Engelwurz">Engelwurz</a>
</td></tr>
<tr>
<td>blumenduftartig</td>
<td><a href="2-Phenylethanol" title="2-Phenylethanol">2-Phenylethanol</a></td>
<td><a href="Rosen" title="Rosen">Rosenduft</a>
</td></tr>
<tr>
<td>mentholartig</td>
<td><a href="Menthon" title="Menthon">Menthon</a></td>
<td><a href="Minzen" title="Minzen">Minze</a>
</td></tr>
<tr>
<td>ätherisch</td>
<td><a href="1%2C2-Dichlorethan" title="1,2-Dichlorethan">1,2-Dichlorethan</a></td>
<td>Trockenreinigungsmittel
</td></tr>
<tr>
<td>beißend</td>
<td><a href="Ameisens%C3%A4ure" title="Ameisensäure">Ameisensäure</a></td>
<td>Wein<a href="Essig" title="Essig">essig</a>
</td></tr>
<tr>
<td>faulig</td>
<td><a href="Schwefelwasserstoff" title="Schwefelwasserstoff">Schwefelwasserstoff</a></td>
<td>faules Ei
</td></tr>
</tbody></table>
<p>Es gibt aber auch noch andere Ansätze für eine Klassifizierung. Hennings Geruchsprisma (1915): Die Basisgerüche bilden die Ecken, die übrigen Gerüche lassen sich als Mischung von benachbarten Basisgerüchen darstellen und liegen damit auf den Kanten des Prismas.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<table class="wikitable">
<tbody><tr class="hintergrundfarbe5">
<th>Grundgeruch
</th>
<th>typischer Geruchsstoff
</th>
<th>Vorkommen von – bis
</th></tr>
<tr>
<td>blumig</td>
<td><a href="2-Phenylethanol" title="2-Phenylethanol">2-Phenylethanol</a></td>
<td><a href="Vanille_(Gew%C3%BCrz)" title="Vanille (Gewürz)">Vanille</a> – <a href="Geranie" class="mw-redirect" title="Geranie">Geranie</a>
</td></tr>
<tr>
<td>fruchtig</td>
<td><a href="Limonen" title="Limonen">Limonen</a></td>
<td><a href="Orange_(Frucht)" title="Orange (Frucht)">Orange</a> – Zitrone
</td></tr>
<tr>
<td>harzig</td>
<td></td>
<td><a href="Bitumen" title="Bitumen">Bitumen</a> – <a href="Eukalyptus" class="mw-redirect" title="Eukalyptus">Eukalyptus</a>
</td></tr>
<tr>
<td>würzig</td>
<td></td>
<td><a href="Gew%C3%BCrznelke" class="mw-redirect" title="Gewürznelke">Gewürznelke</a> – <a href="Ingwer" title="Ingwer">Ingwer</a>
</td></tr>
<tr>
<td>faulig</td>
<td><a href="Schwefelwasserstoff" title="Schwefelwasserstoff">Schwefelwasserstoff</a></td>
<td>faules Ei
</td></tr>
<tr>
<td>brenzlig</td>
<td></td>
<td>
</td></tr>
</tbody></table>
<p>Ein weiteres Klassifikationssystem der Geruchsqualitäten hat <a href="G%C3%BCnther_Ohloff" title="Günther Ohloff">Günther Ohloff</a> erstellt, der einer der führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der Aromastoffe war:
</p>
<table class="wikitable">
<caption>Grundgerüche und die dazugehörigen Geruchsnoten nach Ohloff<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</caption>
<tbody><tr>
<th>Grundgeruch:
</th>
<th>blumig
</th>
<th>fruchtig
</th>
<th>grün
</th>
<th>würzig
</th>
<th>holzig
</th>
<th>harzig
</th>
<th>animalisch
</th>
<th>erdig
</th></tr>
<tr>
<td>zugehörige Geruchsnoten
</td>
<td style="vertical-align:top;">
<ul><li>Jasmin</li>
<li>Rose</li>
<li>Veilchen</li>
<li>Mimose</li>
<li>Orangenblüte</li>
<li>Maiglöckchen</li></ul>
</td>
<td style="vertical-align:top;">
<ul><li>Zitrusfrüchte</li>
<li>Apfel</li>
<li>Himbeere</li>
<li>Erdbeere</li>
<li>Ananas</li>
<li>Passionsfrucht</li></ul>
</td>
<td style="vertical-align:top;">
<ul><li>Buchenblätter</li>
<li>Gurken</li>
<li>Heu</li>
<li><a href="Myrtengew%C3%A4chse" title="Myrtengewächse">Myrthe</a></li>
<li><a href="Galbanum" class="mw-redirect" title="Galbanum">Galbanum</a></li></ul>
</td>
<td style="vertical-align:top;">
<ul><li>Zimt</li>
<li>Anis</li>
<li>Vanillin</li>
<li>Nelken</li>
<li>Pfeffer</li>
<li>Kampfer</li></ul>
</td>
<td style="vertical-align:top;">
<ul><li><a href="Sandelholzbaum" title="Sandelholzbaum">Sandelholz</a></li>
<li><a href="Zedern" title="Zedern">Zedernholz</a></li>
<li><a href="Vetiver-%C3%96l" title="Vetiver-Öl">Vetiver</a></li>
<li><a href="Patschuli" title="Patschuli">Patschuli</a></li>
<li><a href="Koniferen" title="Koniferen">Koniferen</a></li></ul>
</td>
<td style="vertical-align:top;">
<ul><li><a href="Weihrauch" title="Weihrauch">Weihrauch</a></li>
<li><a href="Myrrhe" title="Myrrhe">Myrrhe</a></li>
<li><a href="Labdanum" class="mw-redirect" title="Labdanum">Labdanum</a></li>
<li><a href="Kiefernholz" title="Kiefernholz">Kiefernholz</a></li>
<li><a href="Mastix" title="Mastix">Mastix</a></li></ul>
</td>
<td style="vertical-align:top;">
<ul><li><a href="Ambra" title="Ambra">Ambra</a></li>
<li><a href="Moschus" title="Moschus">Moschus</a></li>
<li><a href="Bibergeil" title="Bibergeil">Bibergeil</a></li>
<li><a href="Schwei%C3%9F" title="Schweiß">Schweiß</a></li>
<li>Fäkalien</li></ul>
</td>
<td style="vertical-align:top;">
<ul><li>Erde</li>
<li>Schimmel</li>
<li>Ozean</li></ul>
</td></tr></tbody></table>
<p>Das <a href="K%C3%A4rntner_Institut_f%C3%BCr_Seenforschung" title="Kärntner Institut für Seenforschung">Kärntner Institut für Seenforschung</a> bietet auf dem Formblatt "Probenahmeprotokoll", gültig ab Mai 2010, zur Wasseruntersuchung von <a href="Gew%C3%A4sser" title="Gewässer">Gewässern</a> folgende Palette von 21 Gerüchen an:<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r250404253">
/* start https://de.wikipedia.org/ */
.mw-parser-output .column-multiple,.mw-parser-output div[style*=column]{margin-top:0.3em}.mw-parser-output .column-multiple>ol,.mw-parser-output .column-multiple>ul,.mw-parser-output .column-multiple>p,.mw-parser-output div[style*=column]>ol,.mw-parser-output div[style*=column]>ul{margin-top:0}.mw-parser-output .column-multiple li,.mw-parser-output div[style*=column] li,.mw-parser-output .column-multiple-avoid{break-inside:avoid;break-inside:avoid-column;page-break-inside:avoid}.mw-parser-output .column-multiple-avoid-3{orphans:3;widows:3}.mw-parser-output .column-multiple .mw-heading{column-span:all}
/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><div style="column-width:11em; column-gap:0; max-width:33.1em;">
<ul><li>geruchlos</li>
<li>aromatisch</li>
<li>würzig</li>
<li>erdig</li>
<li>torfig</li>
<li>muffig</li>
<li>modrig</li>
<li>faulig</li>
<li>tranig</li>
<li>fischig</li>
<li>jauchig</li>
<li>fäkalartig</li>
<li>chemisch</li>
<li>Schwefelwasserstoff</li>
<li>Chlor</li>
<li>Mineralöl</li>
<li>Benzin</li>
<li>Ammoniak</li>
<li>Phenol</li>
<li>Teer</li>
<li>Silage</li></ul>
</div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Stärke"><span id="St.C3.A4rke"></span>Stärke</h2></div>
<p>Die Stärke des von verschiedenen Stoffen hervorgerufenen Geruchsempfindens ist sehr verschieden. Je höher die Konzentration eines Riechstoffes in der eingeatmeten Luft, desto stärker ist das Empfinden. Schon eine außerordentlich geringe Menge bewirkt ein Geruchsempfinden. So ist <a href="Brom" title="Brom">Brom</a> noch in einer Konzentration von 33 Milligramm Brom in einem Kubikmeter Luft riechbar. <a href="Moschus" title="Moschus">Moschus</a> wird noch wahrgenommen, wenn der Nase weniger als 1/2.000.000 Milligramm eines <a href="Ethanol" title="Ethanol">weingeistigen</a> Moschusextrakts dargeboten wird; von <a href="Schwefelwasserstoff" title="Schwefelwasserstoff">Schwefelwasserstoff</a> wird weniger als ein Millionstel in der Luft deutlich wahrgenommen. Der Geruchssinn vieler Tiere ist noch deutlich feiner entwickelt. Als übelriechendste Verbindungen der Welt für den Menschen gelten dabei <a href="Butylselenomercaptan" title="Butylselenomercaptan">Butylselenomercaptan</a> und <a href="Ethylmercaptan" class="mw-redirect" title="Ethylmercaptan">Ethylmercaptan</a>.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Mit der Dauer eines Geruchseindrucks ermüdet nach und nach die Riechschleimhaut. Halten wir uns längere Zeit in einer riechenden Luft auf, so verschwindet schließlich die Geruchswahrnehmung für den beständigen Geruch (sogenannte <i>phasische Rezeption</i>), ohne dass dadurch die Fähigkeit für die Wahrnehmung anderer Gerüche abnimmt. Dies ist in der stofflichen Verknüpfung begründet. Jeder Geruchsreiz (Geruchsstoff = Schlüssel) wird in einem (oder mehreren) speziellen Geruchsrezeptor (= Schloss) erkannt, der eine Reaktivierungsphase braucht; die nicht gereizten Rezeptoren mit ihren Nerven stehen weiterhin zur Verfügung. Die Bezeichnung der Gerüche als angenehm oder unangenehm, die rein individuell und willkürlich ist, beruht zum Teil auf Vorstellungen, die sich auf das Geruchsempfinden beziehen. Diese Vorstellungen wechseln schon mit den physiologischen Körperzuständen. Dem <a href="Hunger" title="Hunger">Hungrigen</a> zum Beispiel duftet eine <a href="Gericht_(Speise)" title="Gericht (Speise)">Speise</a> äußerst angenehm in die Nase, während sie dem Gesättigten Widerwillen erregt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Soziale_Bedeutung">Soziale Bedeutung</h3></div>
<p>Einige Gerüche stehen in hohem kulturellen Ansehen, wie dies für den <a href="Weihrauch" title="Weihrauch">Weihrauch</a> als Gabe der <a href="Hl._Drei_K%C3%B6nige" class="mw-redirect" title="Hl. Drei Könige">Hl. Drei Könige</a> gilt. Der Begriff <a href="Aroma" title="Aroma">Aroma</a> bedeutet im <a href="Altgriechische_Sprache" title="Altgriechische Sprache">Altgriechischen</a> (ἄρωμα <i>ároma</i>) ‚Gewürz‘ oder ‚wohlriechendes Kraut‘ und drückt eine solche positive Bewertung aus. Die Ähnlichkeit von Geruchsstoffen aus Gewürzen wie Zimt oder Vanille mit menschlichen „Pheromonen“ wirkt euphorisierend.
</p><p>Oft sollen durch <a href="Parf%C3%BCm" title="Parfüm">Parfüms</a> unangenehme Gerüche überdeckt werden. Dazu gehören Mundgeruch (Stoffwechselprodukte von Bakterien infolge mangelnder Mundhygiene oder von Lebensmitteln wie Knoblauch herrührend), Blähungen, Schweiß (Buttersäure enthaltend). Die Parfümproduktion ist ein bedeutsamer Wirtschaftszweig der Kosmetikindustrie. Intensive Körpergerüche, auch angelegte Parfüms, können innerhalb von Menschengruppen (Gesangschor, Schulklasse) allerdings erheblich stören.
</p><p>Redensartlich sind Geruchsmetaphern häufig, wenn unbestimmte Ablehnung ausgedrückt wird:
</p>
<ul><li>„Ich kann ihn nicht riechen“</li></ul>
<div class="sieheauch" role="navigation" style="font-style:italic;"><span class="sieheauch-text">Siehe auch</span>: <a href="Gestank" title="Gestank">Gestank</a></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Physiologische_Messung">Physiologische Messung</h3></div>
<p>Als Messverfahren für Gerüche hat sich die dynamische <a href="Olfaktometrie" title="Olfaktometrie">Olfaktometrie</a> durchgesetzt, die durch die Norm <a href="Europ%C3%A4ische_Norm" title="Europäische Norm">EN</a> 13725:2003 standardisiert wird. Hierbei wird ermittelt, wie stark eine Geruchsprobe verdünnt werden muss, um die <a href="Geruchsschwelle" title="Geruchsschwelle">Geruchsschwelle</a> zu erreichen, also jene Konzentration, bei der der Geruch nur noch von der Hälfte eines Panels aus Prüfern wahrgenommen wird. Dieses Verdünnungsverhältnis stellt den Zahlenwert der Geruchsstoffkonzentration dar; ihre <a href="Ma%C3%9Feinheit" title="Maßeinheit">Einheit</a> lautet GE<sub>E</sub>/m<sup>3</sup> („<a href="Europ%C3%A4ische_Geruchseinheit" title="Europäische Geruchseinheit">Europäische Geruchseinheit</a> pro Kubikmeter“).<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Auch wenn die Konzentration eines Geruchsstoffes unterhalb der <a href="Nachweisgrenze" title="Nachweisgrenze">Nachweisgrenze</a> eines chemisch-physikalischen Messverfahrens liegt, besteht die Möglichkeit, dass trotzdem eine Geruchsempfindung hervorgerufen wird.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Als weitere Einheit des Geruchs wurde das <a href="Olf" title="Olf">Olf</a> vorgeschlagen. Mit einem Olf wird die Verunreinigung angegeben, die eine erwachsene Person mit 1,8 Quadratmeter Hautoberfläche in sitzender Tätigkeit mit einem Hygienezustand von 0,7 Bädern pro Tag (das entspricht etwa einer Dusche/einem Bad alle 36 Stunden) erzeugt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Gerüche_an_Innenraumarbeitsplätzen"><span id="Ger.C3.BCche_an_Innenraumarbeitspl.C3.A4tzen"></span>Gerüche an Innenraumarbeitsplätzen</h2></div>
<p>Gerüche stellen (bis auf ekelerregende und Übelkeit auslösende Gerüche) per se keine Gesundheitsgefahr, sondern eine Beeinträchtigung des körperlichen und seelischen Wohlbefindens dar. Gerüche können auch der Auslöser für Beschwerden an Innenraumarbeitsplätzen sein. Der Geruchssinn ist allerdings nicht zuverlässig in der Lage, harmlose Gerüche von gefährlichen zu unterscheiden. Der Geruch vieler aromatischer <a href="Kohlenwasserstoffe" title="Kohlenwasserstoffe">Kohlenwasserstoffverbindungen</a> wird z. B. als angenehm empfunden, obwohl sie oftmals bereits in niedrigen Konzentrationen toxisch sind. Es gibt auch völlig geruchlose Luftschadstoffe, die gefährlich sind, wie zum Beispiel <a href="Kohlenstoffmonoxid" title="Kohlenstoffmonoxid">Kohlenstoffmonoxid</a>. So lässt ein Geruch keine Rückschlüsse auf seine gesundheitliche Bedeutung zu. Generell sind Meldungen über ungewöhnliche Geruchswahrnehmungen ernst zu nehmen, da sie darauf hinweisen können, dass die Luftqualität und andere Umgebungsbedingungen am Arbeitsplatz nicht optimal sind.
</p><p>Ursächlich für Gerüche in Innenräumen sind vor allem bauliche Mängel (Feuchtschäden, <a href="Schimmelpilz_in_Geb%C3%A4uden" title="Schimmelpilz in Gebäuden">Schimmelpilzbefall</a>, Fehler in der <a href="Lufttechnik" title="Lufttechnik">Lüftungstechnik</a>). Weitere mögliche Geruchsquellen können Einrichtungsgegenstände (Teppichböden, Möbel), Baumaterialien (Wandfarben, Lacke) oder spezielle Reinigungsmittel sein. Besonders in Neubauten oder nach Umbau- oder Renovierungsarbeiten reichern sich bei unzureichender Lüftung oft chemische oder biologische Stoffe in der Luft an. Wenn Zersetzungsprozesse auftreten und Substanzen zu Sekundärprodukten reagieren, entstehen auffällige Gerüche erst längere Zeit nach den Baumaßnahmen. Dies kann etwa bei nicht aufeinander abgestimmten Materialien im Fußbodenaufbau passieren.
</p><p>Beschwerden über auffällige Gerüche sind der häufigste Anlass für Schadstoffmessungen in Innenräumen. Um mögliche gesundheitliche Gefährdungen abzuklären, muss mit hochempfindlichen Analyseverfahren die Konzentration an <a href="Fl%C3%BCchtige_organische_Verbindungen" title="Flüchtige organische Verbindungen">flüchtigen organischen Verbindungen</a> (zum Beispiel als Summenwert „Total Volatile Organic Compounds“, TVOC) ermittelt werden.
</p><p>Nach Absatz 3.6 "Lüftung" im Anhang der <a href="Arbeitsst%C3%A4ttenverordnung_(Deutschland)" title="Arbeitsstättenverordnung (Deutschland)">Arbeitsstättenverordnung</a> muss in umschlossenen Arbeitsräumen ausreichend gesundheitlich zuträgliche Atemluft vorhanden sein. Somit ist belästigender Geruch zu vermeiden, soweit es die Natur des Betriebes gestattet. Dabei sind die Arbeitsverfahren, die körperlichen Beanspruchungen und die Anzahl der Personen zu berücksichtigen. Es sollten keine belästigenden Geruchsemissionen von Produkten (beispielsweise Bauchemikalien) und Geräten (etwa <a href="Laserdrucker" title="Laserdrucker">Laserdrucker</a> und -kopierer) oder raumlufttechnischen Anlagen ausgehen. Gütesiegel wie der <a href="Blauer_Engel" title="Blauer Engel">Blaue Engel</a> helfen bei der Auswahl geruchs- und emissionsarmer Bauprodukte und Einrichtungsgegenstände. Zudem spielt die Häufigkeit des <a href="L%C3%BCftung" title="Lüftung">Lüftens</a> eine wichtige Rolle und sollte auf Verbesserungsmöglichkeiten geprüft werden.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Aroma" title="Aroma">Duft</a></li>
<li><a href="Gestank" title="Gestank">Gestank</a></li>
<li><a href="Geruchsstunde" title="Geruchsstunde">Geruchsstunde</a></li>
<li><a href="Sensorische_Integration" title="Sensorische Integration">sensorische Integration</a>, <a href="Geschmack_(Sinneseindruck)" title="Geschmack (Sinneseindruck)">Geschmack (Sinneseindruck)</a>, <a href="Trigeminale_Wahrnehmung" title="Trigeminale Wahrnehmung">Trigeminale Wahrnehmung</a></li>
<li><a href="Sick-Building-Syndrom" title="Sick-Building-Syndrom">Sick-Building-Syndrom</a>, <a href="Anosmie" title="Anosmie">Anosmie</a>, <a href="Kakosmie" class="mw-redirect" title="Kakosmie">Kakosmie</a>, <a href="Hyposmie" title="Hyposmie">Hyposmie</a></li>
<li><a href="Sissel_Tolaas" title="Sissel Tolaas">Sissel Tolaas</a></li>
<li><a href="Riechst%C3%B6rung" title="Riechstörung">Riechstörungen (Dysosmie)</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
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<li>Thomas Hummel, Antje Welge-Luessen: <i>Riech- und Schmeckstörungen</i>. Thieme, Stuttgart 2008.</li>
<li>Bayerisches Landesamt für Umwelt: <i>Gerüche und Geruchsbelästigungen</i>. In: <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
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/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20060625225550/http://www.bayern.de/lfu/umwberat/data/chem/luft/geruch_2005.pdf">Gerüche und Geruchsbelästigungen – Bayern.de</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 25. Juni 2006 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>)</li>
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<dl><dt>Belletristik</dt></dl>
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<li>Hans Reutimann: <i>Bericht von der unteren Wiese oder Die Äpfel der Kindheit.</i> Peter Meili, Schaffhausen 1993.<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Geruch" class="extiw external" title="wikt:Geruch">Wiktionary: Geruch</a></b> – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&query=4020433-9">Literatur von und über Geruch</a> im Katalog der <a href="Deutsche_Nationalbibliothek" title="Deutsche Nationalbibliothek">Deutschen Nationalbibliothek</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20120130122416/http://www.tu-dresden.de/medkhno/riechen_schmecken/art/neue_seite_2.htm">Anatomie und Physiologie der verschiedenen chemorezeptiven Systeme im Nasen-Rachenraum.</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 30. Januar 2012 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>) Ausführliches Skript der <a href="TU_Dresden" class="mw-redirect" title="TU Dresden">TU Dresden</a>, 2009, ohne Verfasserangabe; mit Lit.</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.manager-magazin.de/life/artikel/0,2828,284655,00.html">Olf-Intensitäten gemessen</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.wissenschaft.de/umwelt-natur/duftstoffe-am-scheideweg/"><i>Duftstoffe am Scheideweg.</i></a> Auf: <i>wissenschaft.de</i> vom 18. August 2005. Gelangt ein Duftmolekül statt durch die Nase durch den Mund zu den Geruchsrezeptoren, reagiert das Gehirn anders.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
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</li>
</ol>
<div class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1 navigation-not-searchable normdaten-typ-s" style="border-style: solid; border-width: 1px; clear: left; margin-bottom:1em; margin-top:1em; padding: 0.25em; overflow: hidden; word-break: break-word; word-wrap: break-word;" id="normdaten">
<div style="display: table-cell; vertical-align: middle; width: 100%;">
<div>
Normdaten (Sachbegriff): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/4020433-9">4020433-9</a></span> | <a href="Library_of_Congress_Control_Number" title="Library of Congress Control Number">LCCN</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://id.loc.gov/authorities/sh85094110">sh85094110</a></span> | <a href="Web_NDL_Authorities" title="Web NDL Authorities">NDL</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://id.ndl.go.jp/auth/ndlsh/00568532">00568532</a></span> </div>
</div></div></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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